Vierbeinige Senioren

Liebe Tier- und Katzenfreunde,

wer sich schon einmal bei uns, der Katzenhilfe Würzburg umgeschaut hat, wird sicher schnell bemerkt haben, dass hauptsächlich ältere Tiere auf ein neues Zuhause warten. Ihre Vermittlungschancen stehen leider schlecht, denn nur wenige Menschen möchten einem alten Tier noch ein paar schöne Jahre bieten. Die Angst vor dem Verlust des lieb gewonnenen Tieres ist zu groß. Wir Menschen denken in dieser Hinsicht oft zu rationell. Wir rechnen uns aus, dass ein 6-jähriger Hund wahrscheinlich nur noch 4 Jahre zu leben hat und dass einem mehr Zeit bei einem Welpen bleibt. Doch wer kann schon sagen wie hoch die Lebenserwartung wirklich ist?

Nur weil ein Tier älter ist, bleibt einem  zwangsläufig nicht weniger Zeit. Ein Tier, wie auch ein Mensch, kann auch durch andere Umstände wie Krankheit oder Unfall früher von uns gehen. Dieses Schicksal können wir Keinem voraussagen.

Aber ab wann ist ein Tier überhaupt alt? Grob kann man sagen, dass kleine Hunderassen ab dem zehnten Lebensjahr, mittlere und große Hunderassen ab dem siebten  Lebensjahr, sehr große Hunderassen ab dem sechsten Lebensjahr zu den Senioren gehören. Bei Katzen kann man ab dem achten  Lebensjahr von einer alten Katze sprechen.

Wer schon einmal ein älteres Tier kennen gelernt hat, wird wahrscheinlich von seiner ruhigen, ausgeglichenen, ja sogar weisen  Art beeindruckt sein. Diese Vernunft, die ältere Tiere ausstrahlen geht auch auf andere Tiere über. So mancher Welpe, der eine erzieherische Lektion von einem älteren Hund erteilt bekam, kann sich plötzlich benehmen, obwohl wir Menschen schon unser möglichstes versucht hatten.

Die Vorzüge älterer Tiere liegen klar auf der Hand: sie sind bereits stubenrein, erzogen und das Mobiliar bleibt auch verschont. Gerade für Anfänger eignen sie sich besser als ein Welpe. Für einen Welpen braucht  man jede Menge Zeit, Erfahrung in der Erziehung und gute Nerven. Neulingen, egal ob Hunde- oder Katzenhalter, fällt es bei einem erfahreneren Tier leichter sich in die neue Rolle hineinzuleben. So lernt in gewisser Weise der Mensch vom Tier.

Älter werden ist zwar keine Krankheit, leider bringt sie aber die ein oder andere mit sich. Ältere Tiere müssen anders versorgt werden als Jüngere. Der Tagesrhythmus muss sich ihrem Lebensrhythmus anpassen. So werden ausgedehnte Spaziergänge kürzer, die Schlafzeiten länger, das Futter ist nun eine spezielle Diätkost für Senioren und ein jährlicher Checkup beim Tierarzt steht auf dem Programm. Außerdem müssen Krallen, Augen und Ohren ständig kontrolliert werden.  Dies sollte aber niemanden abschrecken.

Im Gegenteil! Einem älteren Tier noch ein Mal die Chance auf ein schönes Leben in einer netten Familie zu bieten gibt einem mehr zurück als viele erwarten. Die Dankbarkeit, die diese Tiere ihren Menschen entgegen bringen, hat schon so manchem Skeptiker ein Lächeln auf's Gesicht gezaubert.

Sollten Sie sich gerade mit dem Gedanken beschäftigen ein Tier anzuschaffen, dann machen Sie doch einen Termin bei einer unserer Pflegestellen. Gehen sie nicht gleich zu den Jungtieren, sondern schauen Sie sich auch mal die älteren Insassen an und lernen Sie sie kennen. Machen Sie ihre Entscheidung nicht vom Alter, sondern vom Herzen abhängig. Sie werden sehen Ihre und die Lebensqualität des Tieres werden steigen.

Eine Chance hat jedes unserer tollen Mitgeschöpfe verdient.